Betriebsweise

Beute, Biene und Betriebsweise wurde nach 1960 durch Franz Fehrenbach von Dr. h.c. Br. Adam Kehrle, Buckfast Abbey, South Devon, England, übernommen und im Laufe der Zeit an die Verhältnisse vor Ort angepasst.

 

Unsere Beuten

Unsere Beuten sind ein Nachbau der Dadantbeute, wie sie Br. Adam Kehrle in Buckfast Abbey eingeführt hat. Der Brutraum fasst 12 Waben. Wir führen die Völker wenn immer möglich in zwei Bruträumen. Die halbhohen Honigräume werden über einem Absperrgitter aufgesetzt, Wir verwenden einen Innendeckel, der zum Teil als Wandergitter gebaut ist und drüber ein tiefes, mit Blech beschlagenes Teleskopdach.

 

Dadant

Im Brutraum wird von uns die 28 cm hohe modifizierte Dadantwabe bevorzugt. Seit einigen Jahren bilden wir auch viele Ableger auf Dadant.

 

Langstroth

Die Bruträume mit 12 Waben im Langstrothmaß sind der Tradition geschuldet. Bevor Franz Fehrenbach zu Br. Adam fand, hatte er Hohenheimer wanderbeuten im Zandermaß. Die Zanderwaben mit langen Ohren passen gut in Langstrothbeuten und erleichterten die Umstellung. Später wurde das Langstrothmaß für die Ableger beibehalten, da die kleinere Abmessung und das geringere Gewicht den Transport z.B. bei der Beschickung der Belegstelle vorteilhaft war.

 

Ablegerkasten

Unsere Ablegerkasten fassen 6 Waben entweder im Langstroth- oder Dadantmaß. Immer zwei Kasten passen unter ein Teleskopdach.

 

Ablegerbildung

Unsere Ableger werden als mit einer Brutwabe als Brutableger oder als Kunstschwarm auf unbebrüteten Waben oder Mittelwänden gebildet. Die Ableger werden mit einer schlupfreifen Weiselzelle versorgt und kommen für einige Tage in einen Kühlraum. Von dort werden sie zur Belegstelle gebracht.

 

Umweiselung

Routinemäßig werden alle Völker durch Zusetzen eines Ablegers mit junger Königin umgeweiselt. In Völker mit zwei Bruträumen wird der Ableger eingehängt, nachdem die alte Königin und die überzähligen Waben entfernt wurden. Der junge Wabenbau in den Ablegern unterstützt die Bauerneuerung in den Völkern.

 

Völkerführung

Die Völkerführung erfolgt mit möglichst wenigen Eingriffen.

Je ungestörter das Volk arbeiten kann, desto besser ist es. Während der Saison werden bei Bedarf Honigräume aufgesetzt.


Frühjahr

Bei der ersten schnellen Kontrolle (warme Tage im März) wird auf  Weiselrichtigkeit und Futtervorräte geachtet.

 

Erste Erweiterung

Kurz vor Beginn der Kirschblüte erhalten alle Völker, die zwei Drittel der Wabengassen oder mehr besetzen, das Absperrgitter und den ersten Honigraum.

 

Zweite Erweiterung

Während der Kirschblüte werden alte Waben aus dem unteren Brutraum entfernt und nicht bebrütete Waben aus dem oberen Magazin nach unten gehängt. Der freie Raum wird mit Mittelwänden gefüllt.

 

Schwarmzeit

Die wichtigsten Maßnahmen zur Schwarmverhinderung sind Zuchtauswahl und möglichst viele junge oder sehr gute ältere Königinnen.

Abhängig von Volksentwicklung und Tracht zeigt das Auftreten von Schwarmzellen in Völkern mit alten Königinnen oder mit bestimmten Kreuzungen den Beginn der Schwarmzeit an. Dann werden alle Völker kontrolliert. Dieser Eingriff muss häufig in einer Schlechtwetterperiode erfolgen, damit bei Wetterbesserung keine Schwärme abgehen. Je nach Situation werden von schwarmtriebigen Völkern Ableger gebildet oder nur die Weiselzellen ausgebrochen. Nach 7 bis 10 Tagen wird eine Nachkontrolle begonnen. Sind die Völker der kritischen Stände nicht mehr in Schwarmstimmung, beschränken wir uns auf die Kontrolle auffälliger Völker.

 

Honigernte

Zur Honigernte werden die Aufsätze mit reifem Honig für einen Tag über die Bienenflucht gestellt. Die Honigentnahme erfolgt dann praktisch Bienen frei.

 

Varroa

Die Ansprüche an das Volk durch die großen Beuten begünstigen leider auch die Vermehrung der Varroamilben in den Völkern. Zur Kontrolle der Varroa bzw. zum Ausgleich bilden wir eine große Zahl von Ablegern.

 

Fütterung

Eine Fütterung der Völker mit doppeltem Brutraum ist nur im August und September zur Einfütterung notwendig. Die trachtlosen Zeiten im Frühjahr und Sommer wird durch die Honigvorräte im Volk überbrückt.

In ganz trachtarmen Sommern wie z. B. 2009 reicht der Vorrat alleine nicht. Um den nötigen Bienenumsatz im Sommer zu erreichen, muss zugefüttert werden.

Einräumige Völker müssen mit der Abnahme der Honigräume im Sommer unbedingt gefüttert werden.

Die Ableger werden regelmäßig über den Sommer gefüttert, da sie sich nur in ganz wenigen Jahren selbst versorgen können.

Wir füttern flüssig (Zuckerlösung 2:3 oder Fertigfutter) im Adamfütterer.

 

Wanderung

Die meisten Völker bleiben das ganze Jahr über an ihrem Standort. Damit wir sie bei Bedarf wandern können, stehen jeweils 4 Völker über Gitterböden auf einer Palette. Sie fliegen alle in unterschiedliche Richtungen. Um die Paletten aufzuladen, benützen wir einen geländegängigen Stapler.

 
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